Osteoporose
Die wichtigste Ursache für die Verminderung der Knochenfestigkeit
     

Die wichtigste Ursache für die Verminderung der Knochenfestigkeit im Alter ist die Osteoporose. Aus dem Verlust an Knochenmasse in Kombination mit Veränderungen der Knochenstruktur kommt es zu einer verminderten Knochenfestigkeit und erhöhter Empfänglichkeit für Frakturen.

Bei der Osteoporose handelt es sich keineswegs um ein "Frauenleiden". In hohen Altersgruppen sind auch Männer stark betroffen.

Das Knochengewebe besteht aus organischen und anorganischem Anteilen und ist gekennzeichnet durch ständigen An- und Abbau. Der Knochen ist also ein höchst lebendiges Gewebe, das zeitlebens koordinierten Umbauprozessen unterworfen ist.

Überwiegen insgesamt die Anbauprozesse, kommt es zu einer Zunahme, überwiegen die Abbauvorgänge, kommt es zu einer Abnahme der Knochenmasse. In der Jugend und im frühen Erwachsenenalter nimmt die Knochenmasse zu, da die Anbauvorgänge überwiegen.

Auch nach Abschluß des Längenwachstums kommt es zu einem weiteren Knochenanbau, so daß zwischen dem 30-35 Lebensjahr die maximale Knochenmasse erreicht wird.

 
Etwa ab dem 35. Lebensjahr überwiegen die Abbauvorgänge und die Knochenmasse nimmt von Natur aus um ca 1% pro Jahr wieder langsam ab.

Bei Frauen kommt es in der Menopause sogar zu einem verstärkten Abbau von bis zu 4 - 5% pro Jahr.Unterschreitet die Knochenmasse infolge der Abbau-vorgänge im Laufe des Lebens ein gewisses Maß (Frakturschwelle) kommt es zur Osteoporose und die Bruchrate bei Stürzen und auch Bagatelltraumen steigt an. Je mehr Knochenmasse während der Kindheit, Jugend aufgebaut wird, desto später wird während des Knochenabbaus im weiteren Leben die erwähnte kritische Bruchgrenze überschritten werden.

Der Berliner Anatom Julius Wolff hat schon vor mehr als 100 Jahren die Struktur des Knochens als "Wolffsches Gesetz" postuliert. Es besagt, dass die Form der Funktion folgt. Das bedeutet, dass der Knochen in der Lage ist auf einwirkende Kräft zu reagieren. Die Stabilität eines Knochens bestimmen die mechanischen Kräfte, die auf ihn einwirken. Die größten Kräfte werden durch Muskeln auf den Knochen übertragen. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen, dass Knochenmasse angebaut wird, wenn nur genügend Muskelkraft auf den Knochen einwirkt.

Neueste Erkenntnisse zeigen eine Korrelation zwischen Muskelmasse und Knochenmasse. Je größer die Muskelmasse, desto größer ist auch die Knochenmasse. Umgekehrt bedeutet dies, dass ein Knochen an Knochenmasse verliert, wenn die Muskeln nicht mehr auf ihn einwirken. Es entwickelt sich das Bild der Osteoporose.

Dieses Wissen hat fundamentale Bedeutung für ein gezieltes Training, das der Osteoporose entgegen wirken soll. Absolut essentiell für die Erhaltung der Knochenmasse oder deren Aufbau ist ein gezieltes Training mit Kraftspitzen. Nur so können auf Knochen genügend große Kräfte einwirken um das Knochen-Wachstum zu fördern.