Interventionen
Die diagnostische Abklärung der Sturzrisikofaktoren ...
     

Die diagnostische Abklärung der Sturzrisikofaktoren muss einheitlich durchgeführt werden. Gehstörungen und Stürze können durch Training verbessert werden. Wichtig ist, dass richtig trainiert wird. Gerade auch im Hinblick auf die Gefahr der Osteoporose muss ein Umdenken bei der Behandlung stattfinden.

Die wissenschaftlichen Unter-suchungen und die Erforschung der Sturzrisikofaktoren haben ergeben, dass Muskelkraft und Muskelleistung sowie Balance als Trainingsziele die entscheidende Rolle spielen. Es geht um Kraft in Kombination mit Geschwindigkeit, physikalisch berechnet durch das Produkt:

Kraft x Geschwindigkeit = Leistung


Sturzimitation - Mit der Apparatur imitieren wir Stürze. Der Patient hängt in einer an der Decke montierten Gurt-Befestigung. Er wird auf einer Plattform gefahren und plötzlich abgebremst.
Um einen Sturz zu verhindern, wird der Patient Ausgleichsbewegungen, einen Ausfallschritt durchführen. Scheitert die Ausgleichsbewegung würde der Patient zum Sturz kommen. Durch die Vorrichtung wird er aber sicher gefangen und kann gefahrlos trainieren.
 

Zwei Basissituationen als Beispiel

1.
Das Aufstehen aus einem Stuhl oder aus der Hocke erfordert Kraft in der Oberschenkelmuskulatur
   
2.
Die schnelle Bewegung beim Auffangen des Körpers beim Stolpern erfordert Kraft und Geschwindigkeit. Mit einem Ausfallschritt muss die Unterstützungs-Fläche verändert werden, um ein Umfallen zu vermeiden. Dieser Ausfallsschritt muss gleichzeitig kräftig, schnell und genau sein. Die drei wichtigsten Komponenten Kraft, Schnelligkeit und Balance sind hierbei vereint


Abklärung von Sturz-Risiko-Faktoren, der Aufstehtest - Defizite beim Aufstehtest zeigen ein deutlich erhöhtes Risiko für Stürze und den Verlust von Selb-ständigkeit.
Wer für 5x Aufstehen ohne Armeinsatz aus einem Stuhl 12 oder mehr Sekunden benötigt, erfüllt bereits das wichtigste statistische Kriterium für erhöhte Sturzgefahr.


Reflektorische Muskel-Stimulation - Mit dem Trainingsgerät werden Muskelkraft und Muskelleistung sowie Balancere-Aktionen trainiert. Der Patient steht auf einer Wippe, die um die sagittale Achse schwingt.
Die Wippe schwingt mit etwa 25-28 Hz (das entspricht etwa 1680 Schwingungen pro Minute) und erzeugt beim Hochschwingen eine Beugung der Beine und dadurch eine schnelle Verkürzung der Streckmuskeln. Reflektorisch verkürzen sich die mechanisch gedehnten Muskelgruppen. Als neuromuskulär koordinierter Ablauf werden Agonisten und Antagonisten gleichermaßen trainiert.